Day XLIV

Allgemein, Daily

Manche Menschen kennt man von Kindesbeinen an. Sie sind immer die Souveränen, die, die ein Ziel im Leben spielend leicht finden, die, die den Ehrgeiz und den Willen dazu haben, etwas zu erreichen – die Anderen. Und dann stellt man irgendwie doch mal fest, dass sie nicht immer so stet sind, wie man sie sich vorgestellt hat – dass sie vielleicht manche Dinge ähnlich fühlen, wie man das selbst tut.

Screenshot_2016-01-30-13-01-35-1-01.jpeg

Advertisements

Days XXXIX – XLI

Allgemein, Daily

Un coup de feu dans la nuit
Une douleur glaciale qui s’élance
La Foret soudain qui frémit
Puis s’installe le silence

image

Tu te tiens là assourdie
Tu prononces la sentence
Le deuxième coup est parti
Et fait bientôt la différence

image

Dans la Foret je te retrouve à l’heure opportune
Un rendez vous improvisé sous la lune
Sourires crispés, situation compliquée
Je sens ton souffle qui me frôle le coup
Un pistolet chargé me caresse la joue
Tu me dis „cette fois c’est moi qui joue“
Dans la foret la première détonation raisonne
Un coup de feu puis deux, mon corps qui frissonne
Puis doucement s’écroule

image

Plus rien, plus un bruit
Personne n’a rien vu par chance
Pour moi maintenant c’est fini
Et tout le monde s’en fout, tu penses!

image

Te voilà maintenant qui t’enfuis
Tirant ta révérence
La foret de nouveau frémit
Et je profite du silence

image

Dans la Foret je te retrouve à l’heure opportune
Un rendez vous improvisé sous la lune
Sourires crispés, situation compliquée
Je sens ton souffle qui me frôle le cou
Un pistolet chargé me caresse la joue
Tu me dis „cette fois c’est moi qui joue“
Dans la foret la première détonation raisonne
Un coup de feu puis deux, mon corps qui frissonne
Puis doucement s’écroule

image

image

image

La forêt – Lescop

Beware of insects.

Allgemein, Ars Musica

At first, you almost do not notice it – it starts out as a noise, barely audible, like the distant buzzing of a lazy fly.

As time passes, it slowly, unsuspiciously grows louder, comes a little closer to your ears, yet the insect does not touch you in any way.

But then, the harmless annoyance that may have made you think of light summer days and rancid smells changes gradually; you do not understand it at first, but the fly turns into a mosquito that occasionally takes a sip of your life liquid. It does not hurt and it is not yet strong enough to make you suffer; you feel nothing but an itch where it sat on you, so you put some cream on it and go on with your life.

Yet again, as you pretend the insect does not bother you so very much – after all, it is still so much smaller than the whole of you, it does not even compare to any of the pieces you are made of in size or weight and therefor, you should not feel obligated to pay attention to it -, it transforms anew.

Maybe the new-born wasp stings the spots the mosquito touched before and you do not understand there is a difference at first; you will only feel the change once you casually scratch, expecting this action to relieve you from the itch, but instead it will bleed and swell. This wasp puts red marks all over you and as much as you try to avoid it, be it by swatting, running from it or applying antrycide lavishly all over your bruised self, you can no longer pretend that you do not mind and do not care.

Because it hurts and you care.

If it is a particulary nasty insect, it may even shed its skin once more and evolve into something else, something that is bigger, something that is fit to attack the pieces of your self. Now – is it the insect’s fault? Or is it your responsibility to deal with it because you are the one bothered by it?

Day XXXI

Allgemein, Daily

Dinge sind aufzuholen.

image

XXXI – Lernen. Hrmpf

image

Day XXX – zur Tattoomesse gefahren und dann im Sonnenschein auf der Terrasse über der Stadt asiatisch gespeist. Hübsch!

image

Nicht vorhandenes Geld für nutzlose Schönheiten ausgegeben.

image

Day XXIX – Dogsitting für den Flunderhund, der immer breitbeinig liegen muss.

image

Day XVII – mit Menschen gekocht, getrunken und dann bis in den Sonnenaufgang spaziert. Auch erstaunlich hübsch.

image

Frühlingshimmel.

Day XXIV

Allgemein, Daily

Ist heute Tag 24? Weiß ich gar nicht. Habe eben den Menschen aus dem Zimmer nebenan dazu gezwungen bewegt, sich für nen Moment von seinen kochenden Nudeln auf dem Herd wegzubewegen und mir stattdessen dabei zu helfen, den verstopften Abfluss im Bad abzumontieren. Nach einer Backpulver-Essig-kochendes Wasser-Schlacht sind meine Hände schrumpelig und stellenweise etwas verbrannt, aber dafür läuft das Wasser wieder ab. Yay.

image

Gestern in Bielefeld gewesen. Natürlich ist das nur das, was ich jetzt sage, damit man nicht weiß, wo ich wirklich war – Bielefeld gibt es ja schließlich gar nicht… ha ha ha. Mit einer Dame gebacken. Etwas von der Vorlage (Meer, Strand, Schwimmreifen) abgewichen. Stattdessen sonnen sich hier drei Schweinchen mit Crystal Meth auf einer Wiese.

Heute in der Bahn hatte ich einen etwas nostalgischen Moment. Passiert mir recht selten, also nicht die Phasen, sondern dass ich dann tatsächlich auch darüber schreiben will – aber ich dachte mir, wenn schon, dann kann ich das auch mal auf den Blog klatschen.

image

Manchmal vermisse ich es, in der Pubertät zu sein. Said no one ever. Also, außer mir jetzt Ich erinnere mich daran, dass ich mich sehr oft über total bescheuerte Kleinigkeiten aufgeregt habe und dass meine Stimmung jeden Moment in die eine oder andere Richtung kippen konnte, da reichte schon ein Werbelied für. Geht heute immer noch, aber bei Weitem nicht mehr in der Intensität wie damals. Wenns mir beschissen ging, dann aber richtig. Und vor allem denke ich öfter mal an die Gelegenheiten, bei denen ich im Haus die Krise bekommen habe. Dann wurde mir alles zu viel, der Himmel fiel mir buchstäblich auf den Kopf, die Wände rückten auf mich zu und ich hab mein Leben gehasst. Aber nicht, weil wirklich einfach alles so scheiße war, sondern weil ich einfach mehr wollte vom Leben. Ich wollte raus aus der Kleinstadt, in der ich geboren wurde, ich wollte mich lebendiger fühlen, wollte das Außergewöhnliche erleben. Hab ich mir mittlerweile halbwegs erfüllt, aber je älter man wird, desto weniger ist neu und aufregend; vielleicht, weil man kleinere Träume hat, weil man merkt, dass manche Dinge eben unrealistisch sind („life is no fairytale. If you lose your shoe at midnight, you’re drunk“). Ich bin jetzt eigentlich kein total abgeklärter Realist, ich hab immer noch Träume und Wunschvorstellungen; nur vielleicht ahne ich heute, im Gegensatz zu meinem überenthusiastischen Teenager-Ich, dass sich die meisten davon eventuell nicht erfüllen werden. Oder vielleicht liegt diese gewisse Ernüchterung auch daran, dass die Welt schrumpft, wenn man selbst wächst. Wenn ich darauf Lust habe, naja, dann buche ich mir halt einen Flieger und mache Urlaub, und ich muss Mama und Papa nicht mehr um ihre Erlaubnis bitten (also in der Theorie funktioniert das zumindest. Wenn man Geld zu viel hat. Aber you know what I mean-?).

image

Ich höre jetzt schon ein bisschen die Menschen, die mir blöden Pessimismus vorwerfen. Oder Verkopfung. Vielleicht auch Spießigkeit  dass ich das Kind in mir verloren habe und nunmehr zur grauen Masse desillusionierter Erwachsener gehöre, die ihr Leben in Grautönen verbringen. Ich weiß nicht, ob das bei mir der Fall ist. Vielleicht. Obwohl ich nicht unbedingt als „erwachsen“ von mir sprechen würde – bleibt im Umkehrschluss aber natürlich die Frage, ob das innere Kind auch gleich „kindisch“ ist. Jedenfalls beneide ich die Leute, die von sich behaupten, im Inneren Pipi Langstrumpf geblieben zu sein, ein bisschen. Und halt Pubertäre. Aber die nur um die Fähigkeit, tief begeistert zu sein – oder auch einfach alles vertieft zu empfinden, ein bisschen so, als sähen sie Gefühle durch ein Vergrößerungsglas. Und darum, dass sie die Zukunft wie einen einzigen großen Knall betrachten, der sie irgendwann nach der Schulzeit ganz sicher überfallen wird und dann alles sofort anders und besser macht. Wie die Reise nach Oz/ Nimmerland/ Narnia. Das ist eigentlich ein sehr treffendes Bild – die Begeisterung für eine Art von Wunschdenken, die vermutlich eher nicht echt wird. Eigentlich schade, dass man slche Dinge verliert.

Day XVIII

Allgemein, Daily

06:54. Die Nachbarn oben beschließen, einen Nagel in die Wand zu hämmern.

07:20. Auf der Straße ertönt ein lautes Piepen. Vermutlich ein Abschleppwagen. Zwei Männer brüllen sich die nächsten fünfzehn Minuten lang gegenseitig an; einer schiebt das Kernproblem – was auch immer das sein mag, ich bin müde und würde lieber weiter schlafen, als mich damit zu beschäftigen – auf einen „Blödhammel“.

image

11:15. Ein Handwerkermensch kommt und installiert formschöne neue Rauchmelder. Mit Magnet. Mhm, aha. Immerhin hat er unseren Schrein im Flur gesehen und das flauschige Häschen korrekt identifiziert, das fand ich sympathisch.

image

Ja komm, das musste jetzt mal mit nem klischeehaften Schwarz-Weiß-Rauschen-Filter gemacht werden.

12:00. Ich bereite mich auf die Nachhilfe nachher vor.

 

Day XIII

Daily

Habe mich heute mit einer chinesischen Kommilitonin in der Stadt auf einen Kaffee getroffen. Ich kenn sie schon was länger und weiß, dass sie eben sehr, naja, chinesisch ist – von wegen Nationalbewusstsein und gleichzeitig „bei uns ist doch alles toll und viel besser organisiert als bei euch. Politisch? Nee, das betrifft mich ja nicht, darum kümmere ich mich nicht. Aber mein Land ist das beste.“

image

Insgesamt ist sie eigentlich ein ganz lieber Mensch – ein bisschen naiv und ein bisschen realitätsfremd eventuell, und halt blind für gewisse Dinge, bei denen sie herumläuft wie mit Scheuklappen; aber auf dem Level, auf dem wir miteinander kommunizieren, kann ich ganz gut mit ihr. Oder nennen wir es so – ich habe eine gewisse Resistenz gegen gewisse Themen entwickelt, die ich eben einfach nicht anschneide, weil ich weiß, dass ihre Meinung und meine nicht zusammen passen. Da wir uns in einer Häufigkeit von etwa ein Mal im Monat sehen, ist das mach- und akzeptierbar für mich.

Nur heute hab ich mich etwas aufgeregt, als wir nämlich durch eine Einkaufspassage schlenderten und sie mir erklärte, sie traue sich seit den Silvesterereignissen eigentlich gar nicht mehr alleine nach Köln. Sie habe einfach Angst. „Wegen den Ausländern“, sagte sie dann mit gesenkter Stimme. Ich habe versucht, ihr zu erklären, dass es völlig bescheuert ist, von einigen darauf zu schließen, dass alle Menschen aus der gleichen Gruppe ebenfalls so drauf sind – eigentlich ist das so logisch, dass man es nicht mal erwähnen brauchen sollte.Es sind ja auch bei Weitem nicht alle Deutschen gleich Nazis. Aber das wiegelte sie dann ab, ich sei wie ihr Freund, der diskutiere auch so gern über sowas, er werfe ihr auch stets vor, sie sei völlig argumentationsresistent und wir könnten ihre Einstellung da einfach nicht verstehen – das sei eine andere Art von Angst, die Chinesen da empfinden würden. Weil man sie automatisch als schwächer ansehen würde als Europäer. Sie schien sich also für die primäre Zielgruppe für Übergriffe zu halten. Von der Aussage schwenkte sie dann auf irgendeine Studie, über die sie mal gelesen habe – irgendetwas von wegen welche Assoziationen von Gefahr ein unbewaffneter dunkelhäutiger Mensch, ein bewaffneter Weißer und einebenfalls bewaffneter Asiate in Menschen hervorrufen würden. Ich konnte ihr nicht ganz folgen, habe mich aber nach wie vor darüber aufgeregt, was sie da von sich gegeben hat. Die Diskussion endete dann womit?

„Guck mal, das ist ein schöner Pulli“, meinte sie schließlich hilflos, als sie nicht mehr wusste, was sie sagen sollte, während wir an einem Schaufenster vorbei liefen.