Day XLIV

Allgemein, Daily

Manche Menschen kennt man von Kindesbeinen an. Sie sind immer die Souveränen, die, die ein Ziel im Leben spielend leicht finden, die, die den Ehrgeiz und den Willen dazu haben, etwas zu erreichen – die Anderen. Und dann stellt man irgendwie doch mal fest, dass sie nicht immer so stet sind, wie man sie sich vorgestellt hat – dass sie vielleicht manche Dinge ähnlich fühlen, wie man das selbst tut.

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Day XXIV

Allgemein, Daily

Ist heute Tag 24? Weiß ich gar nicht. Habe eben den Menschen aus dem Zimmer nebenan dazu gezwungen bewegt, sich für nen Moment von seinen kochenden Nudeln auf dem Herd wegzubewegen und mir stattdessen dabei zu helfen, den verstopften Abfluss im Bad abzumontieren. Nach einer Backpulver-Essig-kochendes Wasser-Schlacht sind meine Hände schrumpelig und stellenweise etwas verbrannt, aber dafür läuft das Wasser wieder ab. Yay.

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Gestern in Bielefeld gewesen. Natürlich ist das nur das, was ich jetzt sage, damit man nicht weiß, wo ich wirklich war – Bielefeld gibt es ja schließlich gar nicht… ha ha ha. Mit einer Dame gebacken. Etwas von der Vorlage (Meer, Strand, Schwimmreifen) abgewichen. Stattdessen sonnen sich hier drei Schweinchen mit Crystal Meth auf einer Wiese.

Heute in der Bahn hatte ich einen etwas nostalgischen Moment. Passiert mir recht selten, also nicht die Phasen, sondern dass ich dann tatsächlich auch darüber schreiben will – aber ich dachte mir, wenn schon, dann kann ich das auch mal auf den Blog klatschen.

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Manchmal vermisse ich es, in der Pubertät zu sein. Said no one ever. Also, außer mir jetzt Ich erinnere mich daran, dass ich mich sehr oft über total bescheuerte Kleinigkeiten aufgeregt habe und dass meine Stimmung jeden Moment in die eine oder andere Richtung kippen konnte, da reichte schon ein Werbelied für. Geht heute immer noch, aber bei Weitem nicht mehr in der Intensität wie damals. Wenns mir beschissen ging, dann aber richtig. Und vor allem denke ich öfter mal an die Gelegenheiten, bei denen ich im Haus die Krise bekommen habe. Dann wurde mir alles zu viel, der Himmel fiel mir buchstäblich auf den Kopf, die Wände rückten auf mich zu und ich hab mein Leben gehasst. Aber nicht, weil wirklich einfach alles so scheiße war, sondern weil ich einfach mehr wollte vom Leben. Ich wollte raus aus der Kleinstadt, in der ich geboren wurde, ich wollte mich lebendiger fühlen, wollte das Außergewöhnliche erleben. Hab ich mir mittlerweile halbwegs erfüllt, aber je älter man wird, desto weniger ist neu und aufregend; vielleicht, weil man kleinere Träume hat, weil man merkt, dass manche Dinge eben unrealistisch sind („life is no fairytale. If you lose your shoe at midnight, you’re drunk“). Ich bin jetzt eigentlich kein total abgeklärter Realist, ich hab immer noch Träume und Wunschvorstellungen; nur vielleicht ahne ich heute, im Gegensatz zu meinem überenthusiastischen Teenager-Ich, dass sich die meisten davon eventuell nicht erfüllen werden. Oder vielleicht liegt diese gewisse Ernüchterung auch daran, dass die Welt schrumpft, wenn man selbst wächst. Wenn ich darauf Lust habe, naja, dann buche ich mir halt einen Flieger und mache Urlaub, und ich muss Mama und Papa nicht mehr um ihre Erlaubnis bitten (also in der Theorie funktioniert das zumindest. Wenn man Geld zu viel hat. Aber you know what I mean-?).

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Ich höre jetzt schon ein bisschen die Menschen, die mir blöden Pessimismus vorwerfen. Oder Verkopfung. Vielleicht auch Spießigkeit  dass ich das Kind in mir verloren habe und nunmehr zur grauen Masse desillusionierter Erwachsener gehöre, die ihr Leben in Grautönen verbringen. Ich weiß nicht, ob das bei mir der Fall ist. Vielleicht. Obwohl ich nicht unbedingt als „erwachsen“ von mir sprechen würde – bleibt im Umkehrschluss aber natürlich die Frage, ob das innere Kind auch gleich „kindisch“ ist. Jedenfalls beneide ich die Leute, die von sich behaupten, im Inneren Pipi Langstrumpf geblieben zu sein, ein bisschen. Und halt Pubertäre. Aber die nur um die Fähigkeit, tief begeistert zu sein – oder auch einfach alles vertieft zu empfinden, ein bisschen so, als sähen sie Gefühle durch ein Vergrößerungsglas. Und darum, dass sie die Zukunft wie einen einzigen großen Knall betrachten, der sie irgendwann nach der Schulzeit ganz sicher überfallen wird und dann alles sofort anders und besser macht. Wie die Reise nach Oz/ Nimmerland/ Narnia. Das ist eigentlich ein sehr treffendes Bild – die Begeisterung für eine Art von Wunschdenken, die vermutlich eher nicht echt wird. Eigentlich schade, dass man slche Dinge verliert.

Day X

Daily

 

 

Oh je – ich weiß schon gar nicht mehr, wie es ist, einen zusammenhängenden Text zu schreiben. In grauer Vorzeit hab ich mal regelmäßig gebloggt und irgendwie fiel mir das damals total leicht; heute muss ich mich richtig zusammenreißen, um mal mehr als ein paar Halbsätze abzutippen. Eigentlich schade, früher hab ich richtig gerne geschrieben. Ich hab ein bisschen die Theorie, dass man immer mehr verfault, je mehr man sich Zeit zum Relaxen gönnt – aber sich Stress machen bringt es ja auch nicht recht macht ja auch nicht so viel Spaß, das ist dann das andere Extrem.

 

 

Anyway… was war heute los? Hatte Besuch von Frau Kiwi, die kenn ich aus der Schulzeit, wir haben Kartoffelgratin mit Spinat und Käse gemacht (und ich musste ein bisschen lachen, als sie mir ernsthaft zutraute, ich würde regelmäßig kochen – das tu ich prinzipiell nur, wenn ich Besuch hab. Aber hey, so tun als ob kann ich super 😀

 

 

Wir haben uns ein paar alte Fotos angeschaut. Es ist schon interessant zu sehen, wie das so funktioniert mit alten Freunden – man hat in der Gegenwart bei Weitem nicht so viel und so engen Kontakt wie früher, und doch bleiben einige Sachen gleich (shit, jetzt denke ich an die Fielmann-Werbung).

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Zum Beispiel ein Lachen. Man quatscht so vor sich hin und erzählt eine Anekdote und dann amüsiert man sich ein bisschen zusammen, und allein durch das Geräusch des Lachens spürt man, dass man immer noch den Menschen von damals vor sich hat, auch, wenn man vielleicht jetzt gerade nicht mehr allzu viele Gemeinsamkeiten im Leben hat. Ich für meinen Teil ertappe mich in solchen Momenten dabei, dass ich mir wünsche, man könne das, was man mal hatte, irgendwie rekonstruieren – schon witzig, dass mit der Zeit die unschöneren Erinnerungen verblassen und man sich an den Menschen in idealisierter Form erinnert.

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